ICE L - der neue Zug der Deutschen Bahn
Wir kennen es alle: wir versuchen, zu Zweit mit unseren Fahrrädern mit der Bahn zum Startpunkt unserer Bikepacking Tour zu gelangen. Und damit beginnt in der Regel das Chaos: wir, die Bikepacking Freunde, haben seit Beginn (2017) unserer Bikepacking Aktivitäten keine einzige Fahrt mit der Deutschen Bahn regulär geschafft (z.B. die Rückreise von der GST).ICE L - die Deutsche Bahn feiert ihren neuen Zug

Der ICE L (Quelle: Wikipedia)
Wir fokussieren uns bei diesem Zug auf unsere Sicht als Fahrgäste, die ihren Urlaub mit dem Fahrrad und der Bahn durchführen möchten. Fahrgäste, denen die Umwelt wichtig ist, die auf ein eigenes Auto bewusst verzichtet haben, um ihr Aktivitäten mit einem möglichst kleinen CO2-Fußabdruck zu bewältigen.
Der ICL L hat viel Gutes
- Stufenloser Einstieg
Das ist großartig! Menschen mit Kinderwägen, Kleinkindern, Rollator, Rollstuhl, Gehschwierigkeiten o.ä. wird der Einstieg massiv erleichtert. Top! Auch der Zustieg mit einem bepackten Fahrrad oder einem schweren E-Bike ist nun einfacher. Top! - Wohnlich gestaltet
Wir verbringen i.d.R. mehrere Stunden im Zug. Da ist ein schönes Design auf jeden Fall ein Wohlfühlfaktor, der einem die Reise verschönert. - Gepäckplatz
Auch das ist ein wichtiger Punkt: Fernreisen bedürfen meist mehr Gepäck als Geschäftsreisen. Auch hier gibt es eine signifikante Verbesserung. - Mobilfunkempfang
Zeit wird es! Das möchten wir nicht besonders hervorheben, das erwarten wir seit über zehn Jahren. - Informationssystem
Monitore sollen uns Echtzeit-Informationen zur Verfügung stellen. Leider war mein erster Gedanke: ok, dann kann ich die Verspätungen wenigstens auf dem Monitor sehen, wenn mein Smartphone schon keinen Empfang hat. Nicht nur, weil (ich glaube es sind) 200 MB W-LAN-Transfervolumen natürlich schnell heutzutage heruntergebrannt sind. - Viele Steckdosen
Gut, das erwarte ich bei Hochpreisreisen mit Verspätungssicherheit, dass ich wenigstens mein Telefon überall laden kann. Nicht nur, um Anschluss-Probleme damit zu lösen.
ICE L - kein Beitrag zur Verkehrswende
Das sich die Bahn rühmt, einen neuen Zug an den Start zu bringen, der Platz für drei RollstuhlfahrerInnen bietet, die sich eine Toilette teilen dürfen, kann jeder für sich selbst beurteilen. Unser Fokus ist Fahrradreisen.Alle ICE-Züge im Überblick
- ICE 1: 0 Fahrradstellplätze
- ICE 2: 0 Fahrradstellplätze
- ICE 3: 0 Fahrradstellplätze
- ICE 3neo: 8 Fahrradstellplätze
- ICE T: 3 –6 Fahrradstellplätze
- ICE 4: 8 Fahrradstellplätze
- ICE L: 8 Fahrradstellplätze
Definition VerkehrswendeAls Verkehrswende, auch Mobilitätswende, wird der gesellschaftliche, technologische und politische Prozess bezeichnet, Verkehr und Mobilität auf nachhaltige Energieträger, sanfte Mobilitätsnutzung und eine Vernetzung verschiedener Formen des Individualverkehrs und des öffentlichen Personennahverkehrs umzustellen. Sie beinhaltet auch einen kulturellen Wandel, eine Umverteilung des öffentlichen Raums[1] und eine Umleitung von Geldströmen. Motivation: Hauptmotivation für eine Verkehrswende ist die Reduzierung von verkehrsbedingten Umwelt- und Personenschäden.
Quelle: Wikipedia





Stufenloser Einstieg klingt sehr gut. Bis jetzt hatte ich noch nicht das Vergnügen mit einem solchen Zug zu fahren.
Nur 8 Fahrrad Plätze PRO ZUG!
Hier sehen wir den Stellenwert von Radreisenden bei der DB in Zeiten der Verkehrswende.
Wenn ich da die ÖBB sehe, einen kompletten Wagen für Räder und Reisende.
Da hat ja selbst jeder schwäbische RE mehr Platz für Räder.
Bei nur acht Fahrradplätzen wird jede Gruppe mit mehr als fünf Rädern wahrscheinlich verzweifeln lassen , wie es heute eben schon ist. Was ich persönlich kritisch finde, ist die Aufhängung der Räder, insbesondere bei eBikes. Bisher habe ich zum Glück immer freundliche Mitreisende ( auch ohne Rad ) gefunden, die mit angepackt haben😊
Statt sich über die vermeintliche Fehl-Allokation von gesellschaftlichen Ressourcen zu beschweren könnte man natürlich auch versuchen, das Problem „bottom-up“, sprich selbst, zu lösen. In Japan gibt es ein hervorragendes Schnellzug-Netz und mWn keinerlei Fahrrad-Stellplätze. Wie gehen die Japaner damit um? Seit 65 Jahren (kein Scherz) zerlegen und verpacken sie ihre Räder, wodurch sie als normales Gepäck mit in den Zug dürfen. Der Suchbegriff dazu heisst „Rinko“ (sinngemäß „Bike to go“). Ich empfehle die Artikel dazu in der kostenlosen Online-Zeitschrift „Fahrradzukunft“.
Hierzulande geht das auch: Wer in Deutschland die Beförderungsbedingungen der Bahn studiert wird zwei relevante Begriffe dazu finden: „Faltrad“ und „Traglast“. Hier wird nicht einmal ein verpacken verlangt (sollte aber bei einem dreckigen Rad trotzdem gemacht werden).
Wer sein Rad dabei nicht zusätzlich zum Gepäck tragen möchte kann sich gerne den von mir entwickelten „Eichkatz Rinko Roller“ anschauen: Damit geht nicht nur das zerlegen schneller und das zerlegte Rad ist ein stabiles Paket, sondern es rollt auch auf seinen eigenen Laufrädern. So sind auch längere Bahnreisen mit mehrfachem umsteigen stressfrei möglich.
Hallo Karsten, vielen Dank für Deine Idee. Ich kann es mir für mich jedoch nicht vorstellen, ein komplettes Carbon-Fahrrad, welches mit Drehmoment zusammengeschraubt ist, für die Deutsche Bahn zu zerlegen. Zuletzt wurde ich aufgefordert, meinen Lenker (!) abzuschrauben #steuersatzlager. An Gleiswechsel und umgedrehter Wagenreihung möchte ich an der Stelle garnicht denken.