Raphael auf seinem Salsa an der Getränkequelle in Trischendorf

Raphaels Gedanken zur Grenzsteintrophy

Raphael ist 2021 die Grenzsteintrophy gefahren. Und er hat sie abgebrochen. Das ist nicht schlimm - das machen viele. Und viele kommen zum zweiten Mal. Wir haben Raphael gefragt, ob er seine Gedanken zum ersten Mal GST mit Dir teilen möchte. Er hat 'ja' gesagt.

Es ist jetzt ziemlich genau 3 Monate her, dass ich bei der Grenzsteintrophy (GST) gestartet bin. Von der Trophy habe ich durch einen Podcast im Jahr 2020 gehört und die Idee einmal selbst teilzunehmen hat mich einfach nicht losgelassen. Da ich zu dem Zeitpunkt kein passendes Rad besaß, verschob ich den Wunsch erst einmal auf die Bucketlist. Im Jahr darauf sollte es dann soweit sein.

Mein Setup

Salsa Mukluk
Das Salsa Mukluk von Raphael mit Bikepacking-Taschen bepackt.
Mit diesem Equipment habe ich mich auf den Weg gemacht:
  • Salsa Mukluk Deore 11, Alurahmen, Carbongabel, 26 x 4.6
  • Bikepackingtaschen von Ortlieb und Rogue Panda
  • Werkzeug, Essen, Kleidung, Regenzeug, Kochzeug, Schlafausrüstung,…
  • Amazonas Hängematte mit insektenschutznetz
  • Amazonas Underquilt
  • Sommerquilt von SeatoSummit
  • Amazonas Tarp

Meine Grenzsteintrophy

Start der GST war wie jedes Jahr am 17.06. um 8:00 Uhr in der Früh am Dreiländereck Bayern-Sachsen-Tschechien. Die ersten Kilometer stimmten sofort auf die Strecke ein: Plattenwege nicht sichtbar, 1 Meter hohes Gras auf dem Weg, Lochplattenweg. Alles in allem war man aber immer recht zügig unterwegs. Aus Fahrerberichten aus den Jahren zuvor war klar, die ersten 50 km bis Blankenstein sind Eingewöhnung und alles ist fahrbar. Dort trifft man auch immer auf andere Teilnehmer der GST, da man dort gut zu Mittag essen kann (Supermarkt und Würstelstand).

Die erste Rampe liegt etwa 3 km hinter der Mittagspause. Dabei handelt es sich um einen Anstieg mit etwa 40 % Steigung, welchen man vor allem nicht einsieht, bis man direkt davor steht, was das Erstaunen noch größer macht. Diese Anstiege mit einer Länge von 100 bis 500 Metern finden sich auf der Strecke immer wieder und sind eine Charakteristik der GST. Außerdem sind viele Gefällestrecken genauso steil, was dazu führt, dass man mit so ca. 60 km/h den einen Hügel runterheizt und den nächsten möglichst weit hochzufahren.

Dazu kommen noch die Löcher in der Platte, welche genau so breit sind, dass da ein MTB Reifen unter 3.0 Zoll Breite perfekt reinpasst. In Verbindung mit den hohen Geschwindigkeiten sind breite Reifen doppelter Vorteil.

Mit einem Fatbike sind einem solche Probleme unbegreiflich. Spaß bei Seite - Unachtsamkeit und Selbstüberschätzung können auf der Platte schnell zu gefährlichen Stürzen führen. Ein weiteres Highlight ist die „Getränke-Höhle“ bei Titschendorf. Dort stehen in einer Höhle neben einer Quelle kühle Getränke. Zusätzlich ist dort eine Grillstelle. Da ich noch vor Sonnenuntergang dort angekommen bin, fuhr ich nach einer kurzen Pause weiter. Am Ende des Tages hatte ich ca. 80 km und eine Fahrzeit von ca. 9 Stunden. Dafür aber auch über 1.000 Höhenmeter.

Nach einer recht ruhigen Nacht im Wald führte mich die GST in 3 Stunden 25 km nach Probstzella, im Herzen des Thüringer Waldes. Nach der Mittagspause führt der Weg zur Thüringer Warte, dabei handelt es sich um einen langen, sehr steilen Anstieg von etwa 3 km Länge, für welchen man ca. eine Stunde benötigt.

Der erste Tag der GST war schon deutlich zu merken. Zusätzlich merkte ich, dass mir das Wasser aus einem der Friedhöfe oder Quellen nicht gut bekam. Ich merkte immer mehr, dass ich fehl am Platz und einfach nicht in der körperlichen Verfassung war. Dies führte zum Abbruch der GST nach 100 km.

Die Faszination ist ungebrochen

Trotz meines nur sehr kurzen Auftritts bei der GST ist meine Fahrradliebe immer noch ungebrochen und die Faszination für die GST größer denn je. Vorallem hat die GST gezeigt, dass man auf viele Ausrüstungsgegenstände verzichten kann oder man auf leichtere, einfachere Gegenstände umsteigen kann.

Welche Gegenstände ich ersetzen würde, durch andere ersetzen würde

  • Optimus Gaskocher mit topf: trotz platzsparendem Pack Maß einfach nur unhandlich und immer zu groß, dafür n71 Notkocher mit einer Blechtasse: reicht zum Kochen vollkommen aus und die großen Mahlzeiten finden sowieso im Restaurant oder auf dem Supermarkt Parkplatz statt.
  • 3,5 Liter Wasser, Quellen gibt es ja genug, dann lieber einen vernünftigen Wasserfilter. Ist auch für den Magen besser.
  • Wechselkleidung für die Hin und Rückfahrt, war einfach eine dumme Idee sowas mitzuschleppen
  • Reduktion der Toilettenartikel auf ein Stück Kernseife, ist am Anfang etwas ungewohnt aber erfüllt seinen Zweck, Handcreme etc. hat man ja eh dabei.
  • Lenkerwechsel von Salsa Straightbar auf Jones H-Bar, ich greife während der Fahrt häufig um und entlaste so meine Hände und Arme, zusätzlich würde ich noch einen Lenkeraufsatz anbringen.
  • Wechsel von 160 mm auf 203/ 180 mm bremsscheiben, auf jeden Fall sicherer
  • Einbau eines SON-Nabendynamos, kleinere Powerbank mitnehmen

Zudem muss ich auch mein Werkzeug und meine Packtaschen überdenken aber da gibt es noch keine finale Lösung.

Ich würde auch nächstes Mal wieder das Fatbike benutzen und das Mehrgewicht des Rads durch weniger Gepäck wieder wettmachen. Die breiten Reifen und der dadurch entstehende Rollkomfort sind auf jeden Fall ein Pluspunkt. Allerdings liebäugle ich mit einem 29+ Bike, man wird sehen was die Zeit bringt.

Abschließend lässt sich sagen, die GST hat mich schon nach einem Tag geprägt und angefixt sie nochmal zufahren, dann aber ganz. Ich habe ja noch 9 Monate Zeit mich vorzubereiten und zu planen.

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Eine Antwort auf „Raphaels Grenzsteintrophy 2021“
Christop sagt:

Ich halte Raphael für den nächsten Versuch die Daumen. Und in sein Rad sollte ein Laufradsatz mit 29+ perfekt passen, braucht er kein ganzes Rad….